Höhlensiedlungen der Sassi in Matera: Geschichte und Kultur
20. November 2025
Tauchen Sie ein in eine der außergewöhnlichsten Stätten Italiens. In der Region Basilikata finden Sie ein einzigartiges architektonisches Wunder. Es handelt sich um zwei direkt in den Felsen gehauene Viertel.
Ihre Geschichte reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Das macht sie zu einem der ältesten kontinuierlich bewohnten Orte der Welt. Die Bewohner meißelten ihre Häuser und Kirchen über Jahrtausende aus dem weichen Tuffstein.
Die sassi matera durchlebten eine wechselvolte Vergangenheit. Sie waren Zeuge von großer Armut, bevor sie ihre Wiedergeburt erlebten. Im Jahr 1993 erkannte die UNESCO ihren unschätzbaren Wert und erklärte sie zum Weltkulturerbe.
Diese beeindruckende Stadt in den Felsen krönte ihre Transformation 2019. Damals wurde sie zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Heute zieht sie Besucher aus aller Welt in ihren Bann.
Kernaussagen
- Die Sassi gehören zu den ältesten Siedlungen weltweit.
- Sie bestehen aus zwei Teilen: Sasso Caveoso und Sasso Barisano.
- Ihre Entstehung reicht bis in die Jungsteinzeit zurück.
- Die UNESCO zeichnete sie 1993 als Weltkulturerbe aus.
- Matera war 2019 Europäische Kulturhauptstadt.
- Die Architektur ist direkt aus dem Fels gemeißelt.
- Sie symbolisieren menschliche Anpassungsfähigkeit durch die Epochen.
Einleitung in die faszinierende Welt der Sassi von Matera
Begeben Sie sich auf eine Reise zu einer der ältesten kontinuierlich bewohnten Stätten unseres Planeten. Diese außergewöhnliche Felsenstadt in Süditalien bietet Ihnen ein einmaliges Erlebnis. Sie wandeln durch Gassen, die direkt aus dem Tuffstein gemeißelt wurden.
Überblick zur Geschichte und Kultur
Die sassi matera erzählen eine faszinierende Geschichte menschlicher Besiedlung. Über 10.000 Jahre haben Menschen hier gelebt und gewirkt. Sie finden hier Spuren von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart.
Diese besondere höhlenstadt zeigt Ihnen die Entwicklung menschlicher Zivilisation. Von einfachen Behausungen bis zu kunstvollen Felsenkirchen. Jede Epoche hat ihre Spuren hinterlassen.
Die Ernennung zur kulturhauptstadt Europas 2019 war ein Meilenstein. Sie würdigte die beeindruckende Transformation dieser einzigartigen Stätte.
Ihre besondere Anziehungskraft als UNESCO-Welterbe
Seit 1993 gehört diese Stätte zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Anerkennung unterstreicht ihren außergewöhnlichen universellen Wert. Sie erleben hier ein lebendiges Museum menschlicher Geschichte.
Als bedeutende sehenswürdigkeiten ziehen die Felsenwohnungen jährlich zahlreiche Besucher an. Die authentische Atmosphäre fasziniert Menschen aus aller welt.
Die Verbindung von traditioneller Lebensweise mit modernem Kulturtourismus ist beeindruckend. Sie entdecken hier eine lebendige Gemeinschaft in historischer Umgebung.
| Jahr | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1993 | UNESCO-Welterbe | Internationale Anerkennung |
| 2019 | Kulturhauptstadt Europas | Kulturelle Wiederbelebung |
| Über 10.000 Jahre | Kontinuierliche Besiedlung | Einzigartiges historisches Zeugnis |
Historische Wurzeln und Entwicklung der Höhlenwohnungen
Vor etwa zehntausend Jahren begann die faszinierende Geschichte dieser einzigartigen Wohnstätten im Fels. Die ersten Bewohner erkannten die Vorteile des weichen Kalkgesteins. So entstand eine Höhlensiedlung von beeindruckender Langlebigkeit.

Ursprünge in der Jungsteinzeit
In der Jungsteinzeit nutzten die ersten Menschen natürliche Felsformationen als Schutz. Sie entdeckten, dass sich der Kalkstein leicht bearbeiten ließ. Über Generationen entwickelten sie einfache Unterschlüpfe zu komplexen Behausungen.
Die Lage an der Murgia-Hochebene bot ideale Bedingungen. Der nahe Fluss Gravina sicherte die Wasserversorgung. Fruchtbares Land ermöglichte Landwirtschaft für die wachsende Gemeinschaft.
Das Armenhaus Italiens und Lebensumstände in der Vergangenheit
Im 19. Jahrhundert verschlechterten sich die Lebensbedingungen dramatisch. Massive Bevölkerungszunahmen führten zu extremer Überbevölkerung. Die einst komfortablen Höhlen verwandelten sich in Elendsviertel.
Bis in die 1950er Jahre lebten hier über 15.000 Menschen unter erbärmlichen Bedingungen. Familien hausten ohne fließend Wasser oder Strom zusammen mit ihren Nutztieren. Die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal.
Krankheiten wie Malaria und Typhus breiteten sich rasant aus. Die Kindersterblichkeit erreichte erschreckende 44%. Diese Jungsteinzeit-Siedlung war zum Armenhaus Italiens geworden.
Architektur und Stadtbild der Sassi
Die architektonische Struktur dieser Felsenstadt offenbart sich Ihnen als komplexes dreidimensionales Labyrinth. Sie bewegen sich durch ein faszinierendes Netzwerk aus Treppen und engen Gassen, die sich durch den Felsen winden.

Die jahrtausendelange Nutzung hat die Treppenstufen und das Kopfsteinpflaster spiegelglatt poliert. Sie wandeln buchstäblich auf den Spuren unzähliger Generationen.
Das Labyrinth aus Treppen, Gassen und Felsen
Die Höhlenwohnungen stapeln sich dicht übereinander und bilden ein organisches Wegesystem. Die Dächer der unteren Behausungen dienen oft als Gehwege für die oberen Ebenen.
Sie erreichen die verschiedenen Siedlungsebenen ausschließlich über schmale Gassen und unzählige Treppen. Dieses labyrinthartige System prägt das gesamte Stadtbild.
Felsenkirchen, Fresken und originale Baumaterialien
In der gesamten Siedlung entdecken Sie etwa 100 Felsenkirchen und Klöster. Diese sakralen Bauten sind direkt in den Felsen gehauen und oft mit prächtigen Fresken ausgestattet.
Die Kirche Santa Maria di Idris thront auf einem Felsvorsprung und beeindruckt mit reich verzierten Fresken. Maria Idris bietet zudem spektakuläre Ausblicke über die Landschaft.
Bei Restaurierungen werden ausschließlich originale Baumaterialien verwendet. Dies bewahrt die architektonische Authentizität der einzigartigen Felsenkirchen und Felsenkirchen-Komplexe.
Der Wandel: Von Zwangsumsiedlung zu kultureller Wiederbelebung
Carlo Levis literarisches Werk markierte den Anfang einer bemerkenswerten Transformation dieser Felsenbehausungen. Seine Aufzeichnungen öffneten der Welt die Augen für die dortigen Lebensumstände.

Die dramatische Räumung und staatliche Maßnahmen
Der Arzt Carlo Levi wurde während des Faschismus in die Basilikata verbannt. Sein Buch Christus kam nur bis Eboli beschrieb eindringlich das Elend. Die Regierung musste handeln.
Im Jahr 1952 erließ die italienische Regierung ein Sondergesetz. Zwanzigtausend bis dreißigtausend Menschen mussten ihre Höhlenwohnungen verlassen. Sie zogen in moderne Wohnungen um.
Für die Bewohner war diese Umsiedlung ambivalent. Sie verließen unwürdige Bedingungen, aber auch ihre vertraute Umgebung. Gewachsene soziale Strukturen zerfielen.
| Jahr | Maßnahme | Auswirkung |
|---|---|---|
| 1944 | Veröffentlichung von Christus kam nur bis Eboli | Öffentliches Bewusstsein |
| 1952 | Sondergesetz zur Räumung | Umsiedlung der Bewohner |
| 1950er | Zwangsumsiedlung | Leerstand der Höhlen |
Renovierung und moderne Nutzung der Höhlenwohnungen
Jahre später erkannte man den kulturellen Wert der verlassenen Höhlenwohnungen. Die UNESCO-Aufnahme 1993 war ein Wendepunkt. Umfassende Renovierungsarbeiten begannen.
Heute leben etwa 2.000 Menschen wieder in den restaurierten Behausungen. Familien haben mehrere Höhlenwohnungen zusammengelegt. Moderner Komfort mit traditioneller Bauweise.
Die Rückkehr unterliegt strengen Auflagen. Originale Baumaterialien sind vorgeschrieben. Dieses Leben verbindet Vergangenheit und Gegenwart.
Das heutige Leben: Matera als Touristenattraktion und Filmkulisse
Die Wiedergeburt dieser historischen Stätte als moderne Tourismusdestination ist beeindruckend. Sie finden heute sorgfältig renovierte Höhlenwohnungen, die zu komfortablen Hotels und Restaurants umgebaut wurden. Diese einzigartige Unterkunft bietet Ihnen modernen Komfort in authentischer Umgebung.

Charmante Unterkünfte, Cafés und Restaurants in den Sassi
Ihr Tag beginnt in einer ehemaligen Felswohnung mit allen Annehmlichkeiten. Fließendes Warmwasser und Satellitenfernsehen sind heute Standard. Sie genießen spektakuläre Blicke von Restaurantterrassen über die Landschaft.
Luxuriöse Hotels wie das Locanda Di San Martino verbinden historisches Ambiente mit zeitgemäßem Komfort. In den Restaurants kosten Sie traditionelle Küche der Basilikata. Besucher schätzen die romantische Abendstimmung besonders.
Kulturelle Events und Filmproduktionen vor der ursprünglichen Kulisse
Der Ort dient als beliebte Filmkulisse für internationale Produktionen. Sie erkennen Schauplätze aus Keine Zeit zu sterben und Wonder Woman. Die Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas 2019 stärkte diese Entwicklung.
Heute ziehen die Sassi Matera Besucher aus aller Welt an. Neben Sehenswürdigkeiten finden Sie Konzerte und Kunstausstellungen. Ihr Aufenthalt verbindet Geschichte mit modernem Erlebnis.
Höhlensiedlungen der Sassi in Matera – Ein einzigartiges Erbe
Entdecken Sie die faszinierende Zweiteilung dieser architektonischen Meisterleistung in den beiden Hauptbereichen. Der Sasso Caveoso präsentiert sich als älterer, ursprünglicherer Teil, während der Sasso Barisano entwickeltere Strukturen zeigt.

Erleben Sie die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart
Bei Ihrem Besuch der Casa Grotta del Casalnuovo erhalten Sie authentische Einblicke. Fünf zusammengewachsene Höhlenwohnungen zeigen das historische Leben der Bewohner.
Im Inneren sehen Sie, wie Regale direkt aus dem Kalkstein gemeißelt wurden. Das Wasser sammelte man in Zisternen, während eine einfache Grube als Toilette diente.
Der Stall befand sich direkt neben dem Schlafraum. Über den Schlafstellen hing die Baby-Wiege. Tageslicht fiel nur durch die Tür herein, was das Leben im Dämmerlicht bestimmte.
Das raffinierte Bewässerungssystem aus Brunnen und Zisternen stammt bereits aus der Bronzezeit. Es sicherte die Wasserversorgung für die gesamte Stadt.
Heute leben etwa 2.000 Menschen wieder in den restaurierten Behausungen. Die Stadt Matera besitzt 80% der Höhlenwohnungen und sichert so deren Erhalt.
Ihr Besuch verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise. Sie wandeln durch Gassen, die seit Jahrtausenden genutzt werden.
Fazit
Die Reise durch die Geschichte dieser Felsenstadt endet mit bedeutenden Erkenntnissen für unsere Zukunft. Über zehntausend Jahre haben Menschen hier gelebt und eine einzigartige Gemeinschaft aufgebaut.
Die dramatische Umsiedlung im Jahr 1952 beendete eine jahrtausendealte Lebensweise. Doch heute erleben die Wohnungen eine Renaissance. Familien und Bewohner kehren zurück in die restaurierten Höhlen.
Die Stadt Matera zeigt eindrucksvoll, wie kulturelles Erbe bewahrt werden kann. Die Sassi Matera sind lebendige Zeugnisse menschlicher Zivilisation. Sie verbinden Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise.
In den kommenden Jahren wird die Balance zwischen Tourismus und Authentizität entscheidend sein. Diese Stadt lehrt uns viel über Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Die Menschen haben hier extreme Bedingungen meisterhaft gemeistert.
Besuchen Sie diese außergewöhnlichen Höhlen selbst. Erleben Sie, wie die Sassi Matera bis heute faszinieren. Diese Stadt bleibt ein beeindruckendes Beispiel menschlicher Anpassungsfähigkeit.
FAQ
Was sind die Sassi von Matera genau?
Die Sassi sind antike Höhlensiedlungen, die direkt aus dem Felsen gehauen wurden. Sie bilden das historische Herz der Stadt Matera und bestehen aus einem komplexen Netzwerk von Wohnungen, Zisternen, Gassen und Felsenkirchen. Diese einzigartige Architektur macht sie zu einem weltweit bedeutenden Ort.
Warum wurden die Höhlenwohnungen in den 1950er Jahren geräumt?
Die Regierung ordnete die Zwangsumsiedlung an, weil die Lebensumstände in den Sassi als unerträglich galten. Es mangelte an grundlegender Infrastruktur wie fließendem Wasser und Hygiene. Carlo Levis Buch „Christus kam nur bis Eboli“ machte die prekären Zustände einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
Welche Rolle spielen die Felsenkirchen heute?
Die Felsenkirchen, wie Santa Maria de Idris, sind heute bedeutende Sehenswürdigkeiten. Sie beherbergen oft jahrhundertealte Fresken und sind für Besucher zugänglich. Sie sind ein zentraler Bestandteil des kulturellen Erbes und zeugen vom religiösen Leben vergangener Zeiten.
Kann man in einer originalen Höhlenwohnung übernachten?
Ja, absolut. Viele der ehemaligen Wohnungen wurden zu charmanten Hotels, Gästezimmern und Ferienwohnungen umgebaut. Eine Unterkunft in den Sassi zu buchen, bietet Ihnen ein unvergessliches Erlebnis und einen authentischen Blick in die Geschichte des Ortes.
Warum ist Matera eine beliebte Filmkulisse?
Die urtümliche Kulisse der Sassi und der alten Gassen eignet sich perfekt für historische Filmproduktionen. Bekannte Filme wie „Passion Christi“ und „Der große Gatsby“ wurden hier gedreht. Die Stadt dient oft als Drehort für biblische Szenen oder andere Epochen.
Was bedeutet der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ für Matera?
Matera trug 2019 den Titel Kulturhauptstadt Europas. Diese Auszeichnung unterstrich den erfolgreichen Wandel von einem Armenhaus zu einem lebendigen Zentrum für Kunst und Kultur. Sie zog internationale Aufmerksamkeit und förderte zahlreiche kulturelle Events und Projekte.
